04.12.19 – Cabo Virgenes

 

Das Cap liegt 130 km südlich von Rio Gallegos, an der Einfahrt zur Magellanstraße. Die 130 km der Ruta 40 bestehen aus 20 km Teerstraße der Rest knüppelharte Schotterpiste mit Schlaglöchern übersät. Hier steht ein alter Leuchtturm aus dem Jahr 1903 und hier beginnt die Ruta Nacional 40, eine der längsten Fernstraßen der Welt. Unten am Leuchtturm steht das Schild mit Kilometer 0 für eine unglaubliche Straße (dazu mehr in einem separaten Teil). Leider hat das Cafe am Leuchtturm nur dienstags, donnerstags und sonntags auf , so fahren wir 6 km weiter zu einer 12,3 km² großen Pinguinkolonie. Hier brüten die putzigen Magellanpinguine. Wir konnten einige Nester mit bereits geschlüpften Jungtieren sehen. Einen nur halbwegs windgeschützten Platz finden wir hinter der verlassenen Rangerstation. So haben wir das Cabo Virgenes und tausende Pinguine für uns allein. Drei kleine Pinguine finden uns auch unterhaltsam und verbringen eine gute Stunde unter unserem Dicken.

 

 

 

06.12.19 – Parque Pinguino Rey

 

Vom Cabo Virgenes müssen wir die gleiche Strecke zurück fahren, die Alternative, die uns das Kartenmaterial angeboten hat, ist jetzt die Privatstraße einer Estancia. Na klasse, also wieder 110 km zurück gerumpelt. Wir und der Dicke freuen uns über die asphaltierte Straße RN 3, die wir nach gut 4 Stunden erreichen. Wir überqueren die Grenze nach Chile und fahren weiter nach Punta Delgarda zur Fähre über die Magellanstraße. Schon weit vor dem Fähranleger stauen sich die Fahrzeuge, wegen des Sturms fahren die Fähren nicht. Wir fahren zurück zu dem kleinen Ort San Gregorio und verbringen dort im Schutz der Gemeindeverwaltung (Municipal) eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen, der Sturm hat etwas nachgelassen, kommen wir nach einer ruppigen Überfahrt auf Feuerland (Tierra del Fuego) an. Unsere erste Station ist eine kleine Kolonie von Königspinguinen, die einzige, die sich in Südamerika angesiedelt hat. Es sind z. Zt. ca. 60 – 80 der schön anzusehenden Vögel am Brüten, man kann deutlich das Ei in der Hautfalte über den Füßen sehen. Der immer noch heftige Sturm lässt uns nach einer Stunde wieder in den Dicken verschwinden. Wir suchen uns einen windgeschützten Platz in San Sebastian an einem Restaurant, gleich an der Grenze nach Argentinien.

 

 

10.12.19 - Ushuaia, Tierra del Fuego (Feuerland)

 

Auf unserem Weg nach Ushuai machen wir einen Stopp in  Tolhuin am Lago Fagnano.  Ein See - 100 km lang und 10 km breit - mit Trinkwasserqualität. Tolhuin hat nichts mit Hühnern zu tun, auch wenn auf dem zentralen Platz zwei Vögel (Condore) aufgestellt sind. Tolhuin stammt aus der Sprache der Indigenen, bedeutet in etwa „dem Herzen ähnlich“

 

Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt. Wenn man die schneebedeckten Gipfel um Ushuaia sieht, glaubt man, im Hochgebirge zu sein. Ushuaia liegt auf einer Höhe von 6 m ü. d. Meer, die Berge sind 1000 m – 1300 m hoch. Ushuaia ist der Haupttouristenort auf der Insel Feuerland, hier ist alles „Fin del Mundo“ (Ende der Welt), die historische Eisenbahn, das Museum, der Golfplatz, die Briefmarke, der Handyladen, usw.

 

Heute am Montag ist es teils bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Wir wandern zum Parque Nacional Tierra del Fuego, im Windschatten der Bäume ist es angenehm zu laufen. Es sind 6 Grad, es weht ein sehr kalter Wind. Wir kommen durchgefroren zurück zum Wohnmobil, in unmittelbarer Nähe breitet gerade eine Familie ihre Decke für ein Picknick aus. Hier ist jetzt Sommeranfang, genauer gesagt am 22 Dezember. Die Menschen hier haben scheinbar ein Temperaturempfinden wie ein Eskimo.

 

Am 17.12.19 haben wir Besuch von unserer Tochter Julia bekommen, sie begleitet uns die nächsten 3 Wochen.

 

 

21.12.2019 – Estancia Harberton

 

Die älteste Estancia (Schaf-/Rinder-Farm) auf Feuerland wurde vom Missionar Thomas Bridges erbaut.

Wir besuchen die Estancia, auf der die Nachfahren von Thomas Bridges heute noch leben.

Teile des Anwesens werden als Museum genutzt.

Wir, das sind Bekannte, Anja, Jan und Hund Emil, die wir letztes Jahr in Marokko kennen gelernt haben und ein Schweizer Ehepaar, Mägi und Franz.

 

 

 

24.12.2019 – Weihnachten on „End of the Road“ (RP33)

 

Von der Estancia Harberton fahren wir weiter Richtung Süden über den Rio Moat, an der gleichnamigen Estancia vorbei bis zum „End of the Road“. Hier an einem Militärposten am Beagelcanal ist die Piste zu Ende, weiter südlich kann man mit einem Auto nicht fahren. Von hier soll man bei sehr guter Fernsicht den Leuchttum von Kap Horn sehen können. Luftlinie sind es noch 110 km bis Kap Horn, mit unserem Fernglas war er nicht zusehen.   

 

Da Heiligabend ist, es muss ein Weihnachtsbaum her. Es gibt hier keineTannen, da hat Mägi ein Bäumchen aus dem, was hier wächst, gebastelt. Und nicht nur das, für alle gab es auch noch ein Weihnachtsgeschenk, unglaublich oder. Franz, ein gelernter Koch, bereitete das Weihnachtsessen vor, alle anderen holten Holz für unser Lagerfeuer. Es war ein anderes, aber besonderes Weihnachten, wie wir es bisher nicht kannten, aber wunderschön.

 

Bei unseren Nachbarn aus Schottland und Namibia gab es Lamm auf dem Lagerfeuer gegrillt.