03.01.2020 - Ushuaia

 

Heute Morgen um 8:15 Uhr ist Julias Flieger nach Buenos Aires gestartet, von dort über Rom nach Frankfurt. Wir wünschen ihr einen guten Heimflug, wir hatten drei schöne Wochen mit ihr.

 

 

07.01.2020 – Punta Arenas

 

Punta Arenas liegt an der Magellanstraße und ist die südlichste Kontinentalstadt der Welt. Punta Arenas hat ein ansprechendes Stadtzentrum, dominiert vom Plaza Munoz Gamero, auf dem die Statue Magellans sowie einiger Ureinwohner steht. An der schön gestalteten Uferpromenade steht das Monumento a los Marineros. Auf unserem Stadtrundgang besuchen wir auch den sehenswerten Friedhof der Stadt.

Wir wollen zum südlichsten befahrbaren Punkt auf dem kontinentalen Festland.

Auf der RN9 fahren wir ca. 70 km an der Magellan-Straße entlang, vorbei an Fischerhäusern und bunten Lupinenfeldern. An einem Kreisel steht eine hohe Säule mit Jungfrau, die den geografischen Mittelpunkt von Chile markiert. Wir sind am südlichsten Zipfel vom chilenischen Festland, wie kann das sein? Wenn man weiterliest, wurde der chilenische Teil der Antarktis mit eingerechnet.

Hier biegen wir ab nach Puerto Hambre (Hafen des Hungers). Von hier wollte Chile das Land kolonialisieren, was misslang, die meisten Seeleute verhungerten aufgrund fehlender Ressourcen.

Weiter geht es zum Fuerte Bulnes. Die Befestigungsanlage wurde von der ersten chilenischen Expedition angelegt, um Patagonien zu erschließen. Auf einer guten Piste fahren wir weiter bis zum „Fin de Camino“. Von hier marschieren wir 5,4 km am Strand über Sand, Kies und Schwemmholz zum Faro de Isidro. Bei Wind - für Mitteleuropäer bereits Sturm- und Regen, erreichen wir den alten Leuchtturm, jetzt solarbetrieben, an der Magellan-Straße. Auf dem Rückweg hat sich das Wetter etwas beruhigt, wir finden wieder einen schönen Stellplatz am Meer.

Zurück in Punto Arenas besuchen wir noch das Museum Noa Victoria, hier werden mehrere Nachbauten in Original Größe von Schiffen verschiedener Kapitäne, u. a. Magellan und Fritz Roy, sowie das Schiff des Polarforschers Shackleton ausgestellt.

 

 

15.01.2020 – Torres del Paine

 

Der Parque Nacional Torres del Paine gehört zu den Höhepunkten einer Chile-Reise, das steht in jedem Reiseführer. Entsprechend viele Besucher sind hier und wir auch. Da das Wetter heute mitspielt, nehmen wir uns gleich die anstrengende Tour zum Mirador de los Torres vor. Da wir nicht in einer Gruppe wandern wollten, sind wir die Tour sehr schnell angegangen, was sich gerächt hat. Da auf unserer jetzt 6 monatigen Reise die Kondition auch sehr nachgelassen hat, sind wir nur bis zur Chileno Hütte gekommen.

Eine beeindruckende Landschaft, das Felsmassiv erinnerte ein wenig an die drei Zinne in den Dolomiten.

Am nächsten Tag suchen wir uns einen ruhigeren Platz an der Lagune Azul. Hier stehen wir allein am azurblauen See, im Hintergrund die drei Türme des Torres. An Tag drei marschieren  wir bei strahlend blauem Himmel eine weniger anstrengende Tour an der Lagune Azul entlang. Die Türme des Torres, die wir bisher nur mit einer Wolkenhaube gesehen haben, zeigen sich fast den ganzen Tag wolkenfrei. Am Morgen des nächsten Tages ist das Wetter sehr unbeständig, wir fahren an den Lago Grey. Hier kann man mit dem Schiff zum Gletscher des Grey fahren. Zur Anlegestelle des Schiffes geht es ca. 1 km zu Fuß über einen Damm. Bei Regen und wegen der schlechten Sicht haben wir uns entschieden, nicht zu fahren, auch die 80.000,- CHL- Peso (95,- €/Person) erschienen uns etwas überteuert.

 

 

26.01.2020 – Paso Rio Don Guillermo (Grenzübertritt Argentinien)

 

Vom Torres del Paine fahren wir über die Grenze nach Argentinien.

Diese Strecke Richtung Norden wollten wir mit der Fähre von Puerto Natales nach Puerto Yungay fahren. Eine einfache Fähre, die durch die Cordillera de Andes, eine unberührte Schären-Landschaft, fährt. Leider war die Fähre für die nächsten 5 Wochen bereits ausgebucht und so lange wollten wir nicht im Nationalpark Torres del Paine verbringen.

Nach nun mehr als 3 Monaten Patagonien und Feuerland, haben wir den ewig kalten Wind, in Deutschland nennt man das Sturm, satt. Erst gestern haben wir uns, ca. 70 km nördlich von Gobernador Gregores, von der alten Ruta 40 kommend, einen Windschutz gesucht. Das Fahren, auf der ab hier asphaltierten RN40, war heftig. Der Wind kam direkt von vorn und wenn ein LKW entgegen kam, gab es vom Winddruck einen Knall, als wollten die Frontscheiben bersten. Über El Calafate fahren wir die RN40 bis Bajo Caracoles, dann links zum Paso Roballos.

Paso Roballos (Grenzübertritt Chile); 180 km Piste bis Cochrane durch eine wunderschöne Natur.

20 km vor Cochrane nehmen wir  die RN7 oder Carretera Austral genannt. Cochrane, ein Ort, der an der Carretera Austral liegt und für die vielen Backpacker Unterkunft und Versorgung bietet. Ursprünglich wollten wir 160 km weiter gen Süden bis Caleta Tortel fahren. Da die RN7 weitere 140 km in Villa O’Higgins endet, müssten wir den gleichen Weg wieder zurück. Nach gut 500 km Piste in den letzten 4 Tagen, hatten wir darauf keine Lust mehr. Auf nach Norden, Puerto Rio Tranquilo,Villa Cerro Castillo, Coyhaique, Puerto Aysén, Lago los Torres sind einige Stationen auf unserer Fahrt über die Carretera Austral.

 

 

31.01.2020 – Parque Nacional Queulat

 

Der Nationalpark zum Schutz der Flüsse, Gletscher und Urwälder, ist noch in großen Teilen unberührte Natur. Bis heute gibt es in weiten Teilen keine Wege und Siedler haben sich hier nie niedergelassen.

Wir unternehmen eine Wanderung zu dem hängenden Gletscher Veintisquero. Nach dem Überqueren einer Hängebrücke - für max. 4 Personen - kommen wir durch dichten Regenwald. Rechts und links des Pfades nur Bäume und dichtes, undurchdringliches Unterholz. Nach einer kurzen Wanderung sind wir am Gletschersee, mit Ausblick auf den Gletscher. Die Gletscherzuge hängt über der steilen Felswand. Es ist zwar kein Eisbrocken in die Tiefe gestürzt, aber auch die beiden Wasserfälle sind beeindruckend.